Reisen.


Ja diese Zeitreisen können manchmal echt sehr seltsam anmuten.

Da steht man als Käptn eines Luftschiffes auf der Brücke, beobachtet das regenbogenfarbene schillern auf der Schutzblase, blickt hoch zum silbrigen Ballon der dieses herrliche Schiff trägt und verliert sich im glänzen der Planken auf denen die Crew sich umtreibt für diverse Tätigkeiten.
Seile knüpfen, Planken bohnern, Taue und Trossen auf Zustand prüfen.
Unsere Kinder wuseln ebenfalls auf Deck herum und mein Vizekäptn schaut ebenso wie ich nach dem rechten vonstatten gehen.
Ja, man kann schon sich stolz und geehrt schätzen wenn man ein Schiff besitzt das ein unheimlich anmutender Mann der den unteren Teil des Schiffes sein Reich hinter verschlossen schweren Türen sein eigen nennt, erschaffen hat mit dem wir die Zeiten bereisen.

Verloren und vertieft in diese Szenerie werden wir schlagartig aus ihr herausgerissen, denn ein wütender Maat gefolgt von mehreren weiteren Crewmitgliedern baut sich unterhalb von uns beiden auf und fängt an sich lauthals zu beschweren.


"Käptn so geht das nicht!"

"So geht was nicht mein guter?"

"Es geht nicht das ihr all unsere Waffen konfisziert während wir schon Kurs gen Blankenstein setzen. Unbewaffnet auf einer Burg mit Soldaten in Rüstung? Das geht definitiv nicht! Mal davon ab das wir noch sogenannte Freischerler dabei haben. Wer weiss ob die noch ganz klar sind."

Vizekäptn Barbaraque und ich waren verwirrt. Sein Wutausbruch war berechtigt, jedoch verstanden wir kein Wort seiner Klage.


Aus den Augenwinkeln bemerkte ich eine Gestalt die sich in den Schatten des Mastbaumes verzog als der Maat seine Stimme über Deck poltern liess.


"Wie kommt ihr darauf das ich diesen Befehl gegeben habe während die Kontrolle über die Waffen euch unterliegt? Ihr verwaltet die Ausgabe und Verwahrung auf diesem Schiff. Mir scheint es eher das ihr nachlässig geworden seid wenn jene nun nicht mehr in eurem Besitz sind!"

Der Maat erstarrte und bemerkte das er mal wieder zu schnell in Raserei verfallen war. Liegt an seinem Blut. Schotten sind recht unbeherrscht.

"Ich habe den Schlüssel und Ihr auch Käptn und ich bin ratlos also konntet nur ihr das angeordnet haben."

"Wollt ihr jetzt behaupten das euer Käptn ein Lügner ist Maat?" , fauchte Vizekäptn Barbaraque los und griff zu ihrer Peitsche.


Ein rumoren ging durch die Mannschaft, einige holten hörbar tief Luft, einige schüttelten ihre Köpfe und fassten sich an den Kopf und entfernten sich einige Schritte vom Maat als Vizekäptn Barbaraque die Stufen der Brücke herunterschritt und sich auf ihn zubewegte während ihre Peitsche über den Boden schlief.

Ich schaute auf diese Szenerie und hatte die Gestalt im Auge die sich weiter in den Schatten des Hauptmastes zurück zog.

Dieser verdammte Hund. Ich weiss nicht wie er es wieder angestellt hat aber wenn ihm langweilig ist stellt der so einiges an. Ich hinterfrage nicht den Befehl den ich bekam das er hier an Bord bleiben muss, jedoch habe ich immens was dagegen das er seine Räumlichkeiten verlässt. Das sorgt nur für Ärger, der sich hier gerade manifestiert.

Vizekäptn Barbaraque hatte nun den Maat erreicht, der sie locker um drei Köpfe überragte und sie funkelte ihn grimmig an.


"Ich sage nicht das der Käptn lügt Vizekäptn, nur bin ich besorgt das ein Grossteil der Waffen verschwunden sind und hier irgendjemand diese Waffen missbrauchen könnte."

"Eure Sorge teile ich Maat aber jedoch hättet ihr eure Worte stiller äussern können als dies nun der Fall war. Den Käptn einen Lügner zu nennen lässt nur eine Reaktion unsererseits zu und das wisst ihr allzugut!"


Oh ja, sie war sauer.

Ich holte tief Luft.


"Einen kleinen Augenblick meine Liebe. Ich denke das er wirklich nichts damit zu tun hat."

Verwirrte Blicke der Mannschaft in meine Richtung amüsierten mich gerade als sie zu mir heraufblickten.

"Ja er hat hier eine Anschuldigung geäussert aber darüber will ich hinwegsehen, da man ja sein Temprament allzu gut kennt. Das die Waffen weg sind bezweifle ich gerade, denn so gross ist dieses Schiff nicht das sie mir nichts dir nichts verschwinden können. Maat? Welche Art von Waffen sind weg?"

"Die Schwerter und Äxte Käptn."

"Keine Schusswaffen?"

"Nein. Die sind extra gesichert. Diese Schlüssel haben nur Offizier Maschen und ich. Abgesehen von den Shusswaffen die ihr unter Verschluss habt."

"Habt ihr nachgesehen?"

"Aye Käptn, habe ich gerade gemacht. Alle noch da." , antwortete Offizier Mim die sich neben mich gesellte.

"Gut. Dann ist das Problem geringeren Übels."

"Geringeres Übel? Sacht ma Käptn habt ihr zuviel Sonne bekommen? Wie sollen wir uns denn nun verteidigen? Irgendjemand hat unsere Waffen versteckt und kann damit übles anstellen."

"Mein guter Maat. Ich bin manchmal recht amüsiert über eure Kurzsichtigkeit. Schaut euch mal um. Die komplette Mannschaft hat sich versammelt. Seht ihr irgendwelche Waffen? Ich nicht. Ergo hat diese Waffen wohl jemand der seine Order Vizekäptn Barbaraque zu schützen sehr ernst nimmt wenn es auf Blankenstein geht."


Mein Blick fiel auf den Smut der sich stöhnend in die hinteren Reihen verzog und den Kopf in die Hände legte.

Der Maat blickte mich verwirrter an als es eben noch der Fall war und Vizekäptn Barbaraque verzog ihr Gesicht.

Sie ahnte wen ich meinte.


"Wo ist er?" , rief sie zu mir hinauf.

"Das Schiff ist nicht gross und er nicht besonders helle."

"Eckbert du Hund! Zeig dich!", rief sie und liess ihre Peitsche über die Planken knallen.


Die Mannschaft schaute sich verdutzt um und aus dem Schatten des Hauptmastes ergoss sich ein recht merkwürdiges Bild.

Ein Kopfschütteln machte sich breit und selbst ich wusste jetzt nicht wie ich darauf reagieren sollte, mal von der Schnappatmung abgesehen die nun der Maat an den Tag legte während der Smut Mühe hatte sein Lachen zu unterdrücken.

Eckbert stand vor uns, partiell eingewickelt in Seilen die er sich als Halterungen erdacht hatte um die die Dolche an seinen Armen, die zwei Äxte auf seinem Rücken, die Kurzschwerter an seinen Beinen und die fünf Schwerter, nebst Lederriemen zu bändigen.

Der Kerl war ein metallischer Igel und konnte sich kaum bewegen aber da stand er nun, grinste dämlich und hielt seine Rumbuddel in unsere Richtung.


"Bin bereit für Landgang Käptn. Kann losgehen."


Bei diesem Anblick und seinem Ausruf platzte der Smut vor lachen und warf sich auf den Boden während der Maat nur noch wimmern konnte.

"Der Kerl soll wirklich mit Käptn? Das kostet mich Nerven."

"Nun das sind eure Nerven aber ich hab da vollstes Vertrauen zu euch und wie ihr seht, eure Waffen sind wohl verwahrt."

"Gib sie zurück Eckbert, du bist schon gefährlich genug ohne den ganzen Kram. Deine Anwesenheit reicht völlig.", sagte Vizekäptn Barbaraque und schnitt ihm die Seile los woraufhin die Waffen auf den Boden polterten.

"Davyna? Bring den Kerl wieder runter bevor hier noch mehr passiert."

"Aye, Vizekäptn. Geht klar. Komm du Suffbirne. Wir schauen mal nach deinem Fass!" Sie klemmte sich Eckbert an den Armen und schob ihn grinsend wieder hinunter in die Bilge.

Als sie den lachenden Smut erreichten lallte ihm Eckbert noch zu das er es fast geschafft hätte worauf dieser sich wieder lachend bog und ihm gönnerisch auf die Schulter klopfte.

"Fast Ecki. Fast"


Reisen auf dem SkyShip-Immer wieder ein Abenteuer.

Kurs ist nun Blankenstein. Ich bin auf die Berichte gespannt