Eine neue Ära

.................."Wach auf mein Kleiner Käptn. Genug geschlafen. Schon vergessen was du bist?"

"Ein Soldat!"

Black schrak mit diesen Worten in seiner Kajüte hoch. "Ein Soldat.", zischte er in die Dunkelheit. Das Atmen fiel ihm gerade schwer. Die Luft in seiner Kajüte schien Tonnen auf seiner Lunge zu wiegen. Ebenso wie der Balken der ihn damals im Schützengraben eingeklemmt hatte. Black tastete an sich herunter. Er spürte das Herzrasen, den kalten Schweiss und die aufkommende Kälte die ihn langsam umschloss. Die Geräusche von Schüssen hallten aus ihr heraus und er spürte wie sie in seinen Körper einschlugen. Er wollte schreien, konnte es aber nicht. "Wach auf!", schrie er in sich hinein. Dieser Gedanke war so laut das die Dunkelheit den Raum verliess, die Schüsse verebbten und das Bild, der von Gaslaternen erleuchteten Kabine klarer wurde.

Sein Körper begann wieder ihm zu gehorchen und sein Herzschlag beruhigte sich. Sein Blick glitt an seine Seite und er atmete ruhiger als er seine Frau neben sich erkannte die von all dem nichts mitbekommen hatte.Sie schlief selig. Wie jeder hier an Deck,auf diesem Schiff, hoch oben in der Zeit verborgen. Seine Augen glitten durch den Raum, die sich nun an das herrschende warme Dämmerlicht gewöhnt hatten und er verharrte an dem grossen schweren Schreibtisch der unweit des Bettes stand.

"Wie lange sitzt du schon hier?"

"Nicht lang Käptn. Bin kurz vorher rein ehe du aus deinem Träumchen erwacht bist. War böse, wa?"

"Ich wüsste nicht das dies dich was anggeht Eckbert aber ja, ich habe schon besser geträumt."

"Bist also bereit mitzukommen? Sinne geschärft und Einsatzbereit?"

"Was ist mit der Mannschaft, Eckbert?"

"Schläft selig. Er und sein Hokuspokus hat sie alle tief versinken lassen. Selbst die Kleine," , er deutete auf die schwere Eichentür des Nebenzimmers in dem ihre Tochter ihr Domizil hatte, " träumt gerade von Einhörnern oder so ein Plüschkram."

Black seufzte und erhob sich aus dem grossen Bett und zog seine Kleider an. Eckbert blieb am Tisch sitzen und starrte in die Leere der Zeit aus den Fenstern der Kabine die am Heck des Schiffes lag.

"Ich hoffe du hälst die an die Abmachung. Ich verlass mich auf dich."

Eckbert drehte sich in Blacks Richtung und sah ihn an. Seine Miene war ernster und klarer als zuvor. Er war nüchtern. Black erkannte es an den klaren Augen. Der Moment den jeder auf Schiff fürchtet. Eckbert und nüchtern ist eine Kombination die morbide Ausmasse annehmen kann, wenn er den Befehlen folgt die man ihm gibt. "Verlass dich ruhig. Deine Mannschaft ist bei mir in guten Händen."

"Dein Leben für Ihres?"

"Mein Leben für Ihres!", er lachte leise höhnisch. "Wäre ja nicht das erste Mal das Er und ich das auf uns nehmen."

Black nickte und seufzte:" Stimmt. Tut mir leid."

"Muss es nicht. Es hat ja auch Spass gemacht und mein alter Kadaver braucht Bewegung. Mal andere Luft atmen als nur in der Bilge den guten alten Wall zum Narren zu halten. Jetzt eil dich. Du weisst wie ungern er wartet."

Black trat an das Bett zu seiner tief schlafenden Frau. Er verharrte eine Weile, nahm ihre Hand. Ihr Puls pochte ruhig und langsam in seiner. Er beugte sich über sie, gab ihr einen Kuss auf den Mund. "Auf bald mein Herz. Ich komme wieder."

Dann erhob er sich und ging durch die Kabinentüre hinaus auf das schlafende Schiff.

"Man wie ich ihn und seine Pläne hasse!", zischte Eckbert in die Dunkelheit der Kabine. "Ich als Babysitter eines Schiffes." Er folgte Black ebenfalls die Holztreppen hinunter in den Bauch des Schiffes bis beide vor den grossen Metalltüren standen, vor denen Wall seinen Posten bezogen hatte. Dieser grobe Klotz voller Stärke schaute unter seinem grossen Zylinder finster auf beide herunter.

"Lass Ihn rein!" Des Sirs Stimme hallte durch die Türen und Wall trat beiseite während sich die schweren Flügeltüren öffneten.

"Du nicht!" Wall hielt Eckbert zurück der seinen schelmischen Gesichtsausdruck aufgelegt hatte. "Ach komm schon mein Dicker.", lallte er zu Blacks Verwunderung. "Ich will auch ma gucken." "Dieser verdammte Schauspieler.", dachte Black als er den Maschinenraum betrat und Eckbert einen letzten Blick zuwarf, der ihn zwinkernd erwiderte ehe die Türen sich schwer verschlossen.

"Hättest du die Güte mich beim nächsten Mal nicht mit Albträumen zu wecken?", knurrte Black als er auf den ebenfalls schweren Eichentisch wie der in seiner Kabine schritt an dem der Sir ihm gegenüber stand.

"Wie sonst hätte ich deine volle Aufmerksamkeit erhalten sollen. Da du ja mittlerweile eine Ignoranz mir gegenüber an den Tag gelegt hast." Black stand ihm nun gegenüber. Der metallene Zylinder, die dunkle Brille und die Maske verdeckten permanent sein Gesicht. Er war immer noch nicht dahinter gekommen warum der Sir all dies trug, doch in diesem Moment verwarf er diesen Gedanken. Es gab Ernsteres zu erledigen.

"Warum ignoriere ich dich wohl, Puppenspieler!", zischte Black ihn an.

"Immer noch diese Geschichte Black? Lerne los zu lassen. Du hast mich ja geläutert."

"Vergiss das nur nicht. Sein Zeichen trägst du ja nun." Black blickte auf seine Hände die sich just in dem Moment auf dem Schreibtisch verkrampften. Black grinste freudig. "Ja sein Zeichen.", zischte der Sir. "Eine weitere Narbe die ich ihm verdanke dank Dir. Ich muss zugeben das ich nie gedacht hätte das er Sympathien für dich hegt, bedenkt man seine Zuneigung zu anderen Taten und Wesen."

"Und doch akzeptierte er mich. Wer von uns beiden ist wohl jetzt am Zug?"

Der Sir beugte sich vor und starrte Black in die Augen. Sein Atem war schwer und er versuchte sich zu beherrschen. "Du hast mich zum Käptn ernannt. Zum Begleiter deiner Tochter, die nun unser beider Hilfe braucht. Ich fühle das sie krank ist." Noch immer starrte der Sir ihn an. "Ich fühle es ebenso und höre ihre Schmerzen. Begraben wir das Misstrauen. Sie braucht uns beide. Bist du bereit?"

Black seufzte ohne den Blick von dem Seinen zu lösen. "Kann man dafür bereit sein? Wir betreten ihr Inneres, kennen ihre Tiefen nicht. Bereit sein ist alles, doch trifft es hier zu?"

Der Sir wandte sich ab, liess Black am Tisch stehen und ging langsam auf den grossen metallenen Zylinder inmitten des Maschinenraumes und hielt kurz vor ihm inne , während er auf das schwächer werdende Rote Licht in seinem Inneren starrte. Seine Hand glitt über den Zylinder und er atmete schwer.

"Gemeinsam Nickodemeus. Dieses eine Mal bin ich an deiner Seite um ihr zu helfen.", flüsterte Black und legte seine Hand ebenso auf den Zylinder. Er spürte den schwachen Puls des Herzens. Dem Herz der Aera Hard.

Nickodemeus atmete schwer. "Tritt zurück Black. Was auch immer sie krank macht, könnte dort hinter lauern."

Black nickte, tat wie ihm geheissen und zog sein Schwert. "Das falsche Schwert mein kleiner Käptn. Nimm dies." Er griff unter seinen weiten Mantel, vorbei an den versteckten Waffen und zog ein Schwert hervor, dessen Klinge silbern funkelte und jene in einem Goldenen Griff endete. "Deine Klinge ist wirkungslos, diese nicht." Es wog federleicht in Blacks Händen als er es annahm und er legte es an.

"Bereit?"

"Bereit! Öffne die Pforte."

Ein Rucken des Schiffes riss alle aus ihrem Schlaf als die Aera Hard auf dem Meer wasserte.

Vizekäptn Barbaraque, noch halb im Schlaf rannte auf die Brücke und starrte in die verdutzten Blicke ihrer Mannschaft.

"Maat?", bellte sie über das Deck zu ihm hinunter," Was ist los? Wer hat uns landen lassen?"

"Keine Ahnung Vizekäptn. Bin auch gerade erst aus meiner Koje gefallen. Fragt doch den Käptn."

"Der ist nicht da. Seine Kleidung und Waffen sind ebenso verschwunden." , fauchte sie wütend über sich selbst das sie nichts bemerkt hatte geschweige denn nicht wissend was er vorhat. Sie hatten keine Geheimnisse. Panik stieg in ihr auf, den selbst auf ihr gedankliches Rufen antwortete er oder der Sir nicht. Es war furchtbar still in ihr.

Ein Rumoren ging durch die Mannschaft. Ihr Käptn verschwunden, das Schiff auf dem Meer ausserhalb der Zeit und niemand konnte sich an irgendwas erinnern.

"Beruhigt euch Mannschaft. Es wird sich alles aufklären.", rief sie von der Brücke und schritt die lange Treppe hinunter aufs Deck bis sie all den Mannen gegenüber stand. Eleanor und Doc standen neben ihr. "Nichts in der Bilge oder im Unterdeck, Vizekäptn.", meldete Eleanore die kurz nach dem Wassern des Schiffes mit dem Doc zusammen dies überprüft hatte. "In meiner Kombüse ist er auch nicht.", sagte Molar ruhig der sich vor sie gestellt hatte.

"Wo bist du?", dachte sie.

"Er is auf Mission Vizekäptn, mit dem Sir und Ihr alle solltet hoffen das er das überlebt." Eckbert war auf der Brücke aufgetaucht und sie alle drehten sich erschrocken zu ihm um.

"Was soll das heissen Eckbert? Mission? Mit Ihm? Wohin?"

"Seid doch mal ruhig und hört hin. Merkt ihr nichts?"

Ratlosigkeit machte sich breit und alle verstummten und lauschten in die Stille der Nacht über das Deck des Schiffes. Der Wind strich leise durch die Segel die rythmisch an den Mast schlugen. Die Planken knarrten in der Bewegung und das Wasser schlug sanft gegen den Rumpf des Schiffes.

Eckbert schritt wie Vizekäptn Barbaraque zuvor die lange Treppe hinunter zu Ihr und legte seine Hand auf ihre Schulter. "Höre genauer hin Käptn. Der Zeitpunkt ist gekommen. Dies Schiff braucht ihn und die Mannschaft braucht nun dich."

Vizekäptn Barbaraque starrte ihn an und ein weiteres Mal der eine Ewigkeit scheinend zurück lag war es an ihr eine Mannschaft zu führen ehe ihr Mann zum Käptn der Aera Hard wurde. "Heute und hier, in dieser Zeit sind wir mehr als damals. Erinnerst du dich Käptn?"

"Käptn........Ich?"

"Aye meine Liebe. Du und die Mannschaft, mehr als damals. Ich und mein Schwur an deiner Seite. Lass uns loslegen. Abenteuer erwarten uns und ich lechze nach Spass und frischer Luft."

Sie schaute auf, in die Gesichter ihrer Mannschaft die Eckberts Worte vernommen hatten und zustimmend nickten. Molar und McGrinder hatten sich neben Eckbert gestellt und beugten sich vor. "Nüchtern Ecki?"

"Aye und klarer als zuvor."

Molar und McGrinder blickten sich an.

"Also dann Käptn Barbaraque. Gebt das Kommando! Wir werden folgen. Was sagt die Mannschaft?"

Ein kräftiges AYE donnerte über das Deck und das Schiff erwachte zum Leben. Ein Leben von Tapferen und Wagemutigen unter dem Kommando von Käptn Barbaraque.